Menü Schließen

Mein Weg von der Tierforschung zur Beleuchtung

Schon früh haben mich die Naturwissenschaften fasziniert. Ich wollte wissen, wie die Dinge funktionieren und was in Lebewesen vorgeht. Dabei wollte ich nicht nur aus Büchern lernen, sondern Dinge selbst erfahren und begreifen. Ich wollte mit Tieren arbeiten, ferne Dschungel durchstreifen, spannende Menschen kennenlernen. Und ich wollte meinen Teil dazu beitragen unsere Umwelt zu schützen.

Forschen für und mit Tieren

Auf meinem Weg gab es einige Hürden. Die Physik schien unnahbar, weil sie hinter Formeln verbarrikadiert wurde. Fragen, die nicht ins Schema meiner Lehrer passten, wurden ignoriert oder belächelt. Im Biologiestudium merkte ich dann, dass viele Dinge einfacher waren, wenn man sich nicht auf Formeln konzentriert, sondern auf Vorgänge. Die Forschung machte mir Spaß, ich reiste an faszinierende Orte und ging auf Tuchfühlung mit manchem Tier.

Für viele Jahre waren Zoos mein Arbeitsbereich. Mit exotischen Tieren auf Tuchfühlung zu gehen war faszinierend. Damit es den Zootieren etwas besser geht forschte ich über mehrere Jahre an Methoden, ihr Wohlbefinden zu evaluieren und Verbesserungen in Haltung und Tagesablauf zu erarbeiten. Den Anfang dazu machte ich an der Universität Frankfurt in der Arbeitsgruppe NCR bei Günther und Gerta Fleissner. Meine Doktorarbeit an Koalas führte mich nicht nur in den Tierpark Schönbrunn, Wien und den Zoo Duisburg, sondern auch in den Taronga Zoo nach Sydney. Nebenbei nutzte ich jede freie Minute, um in der Tierpflege, in der Zoopädagogik und in der Verwaltung des Zoos Frankfurt mitzuarbeiten.

2008 wechselte ich ans Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung wo ich zusammen mit der Firma Vectronic Aerospace eine Auswertungssoftware für Aktivitätssensoren entwickelte und Freilandforschung betrieb, vor allem an Rehen. Von dort aus betreute ich auch Studentinnen und Studenten bei ihren Arbeiten mit Pandas, Sandkatzen, Koalas, Panzernashörnern, Klippschliefern und Flachlandtapiren im Tierpark Schönbrunn, Wien und im Zoo Osnabrück.

Spot on auf Lichtverschmutzung und bessere Beleuchtung!

Eigentlich war es Zufall, der mich dann in die Wissenschaftskommunikation rutschen ließ. Ich bekam den Auftrag, am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in der Arbeitsgruppe für den Forschungsverbund „Verlust der Nacht“ Öffentlichkeitsarbeit über Lichtverschmutzung zu machen. Ganz plötzlich weitete sich mein Horizont von der Biologie auf Physik, Lichttechnik, Stadtplanung, Sicherheit und Kultur. Ich nutzte die Gelegenheit, verließ die aktive Forschung und wurde Dozentin, Autorin, Beraterin und Koordinatorin.

Egal welches Alter, egal welche Vorbildung, ich möchte meine Themen vermitteln, Barrikaden gegen Wissenschaft abbauen und Neugier wecken. Wichtig ist es mir auch, Anstöße für neue Sichtweisen zu geben und dazu beizutragen, unsere Umwelt lebenswerter zu machen – und vor allem zu erhalten.

Wissenschaftskommunikation von Herzen

Annette Krop-Benesch belauscht mit einer Solarzelle das Licht einer LED
Wie viel Licht kommt aus einer LED? Lauschen mit einer Photozelle (Foto und Projekt von Jeremy Knowles)

Meine Motivation kommt aus vielen Quellen. Es macht Spaß, Menschen Dinge zu erklären, die neu für sie sind, oder zu kompliziert erschienen. Manchmal kann ich auch Menschen helfen, die unter künstlicher Beleuchtung leiden und Unterstützung suchen in ihrem Kampf für besseres Licht. Und nicht zuletzt sind da meine beiden neugierigen Kinder, Benjamin und Viviane, die mir zeigen, dass die kompliziertesten Dinge einfach erklärt werden können und deren Zukunft ich bewahren möchte. Denn gute Wissenschaft und verständliche Kommunikation dieses Wissens sind die Grundlage für hohe Lebensqualität.

Arbeiten mit Kindern

Kinder sehen die Welt mit anderen Augen. Sie sind noch weniger belastet mit festen Vorstellungen und haben einen unglaublichen Wissensdurst – auch wenn sie den oft sehr gut verstecken. Kinder sind begeisterungsfähig, sie wollen die Welt verstehen, erobern und verändern. Das durfte ich schon in meiner Zeit als Zoopädagogik erfahren, doch als Mutter erleben ich das noch viel stärker. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich die Gelegenheit habe, mit Kindern zu arbeiten.

Zusammen mit meinen Kindern Viviane und Benjamin habe ich 2023 ein Würfelspiel entwickelt, das über Lichtverschmutzung informieren soll. Es ist inzwischen in 13 Sprachen erhältlich und hoffentlich der Anfang zu noch vielen spannenden, kreativen und lustigen Projekten mit jungen Menschen.

Zum Inhalt springen